Mach mal Licht

Manchmal tappe ich im Dunkeln. Das ist im Winter nicht verwunderlich früh am Morgen oder wenn es Abend geworden ist. Grell wird’s, wenn ich in einem Raum war, in dem plötzlich jemand anderes – vielleicht, weil der Lichtschalter draußen war – das Licht ausschaltet. “Mach mal Licht”, rufe ich dann. Denn ohne Licht sieht man nun mal nichts. Geht im Seelenleben ganz genauso. Jesaja gar verspricht dem Volk Israel, letztlich der ganzen Welt, das Licht der Welt. Gott hat’s gehört. Er macht Licht! Bis heute.

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Morgenstern – komm!

Advent. Alle warten auf das Licht. Das wird erst einmal weniger, bis zum Winteranfang, der Wintersonnenwende. Der Tag am kürzesten, die Nacht am längsten. Aber jeden Morgen geht dennoch die Sonne wieder auf.
O komm, du Morgenstern! Nicht nur der kleine, letzte am Nachthimmel. Nein. Der große, der helle, der, den Gott selbst verheißen hat.
Das Lied Nr. 19 im Evangelischen Gesangbuch erzählt von ihm.

Zum Reinhören

Und zum Mitlesen

O komm, o komm, du Morgenstern,
lass uns dich schauen, unsern Herrn.
Vertreib das Dunkel unsrer Nacht
durch deines klaren Lichtes Pracht.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.

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Nikolaus – Bote der Barmherzigkeit

Predigt zum Nikolaustag, 2. Advent 2020

Jesaja 61,1.2.10
Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden.
Ich freue mich im Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.

Ob die Schuhe heute gut gefüllt waren? Immerhin ist es der Gedenktag des Heiligen Nikolaus. In der rot-weißen Variante ist er den allermeisten Menschen bekannt. Oft kann er in den heutigen Darstellungen mit dem Weihnachtsmann verwechselt werden. Rot-Weiß, so wurde er zwar schon früh dargestellt, manchmal auch Gold-Weiß. Aber da trug er in der Regel auch die Zeichen eines Bischofs, etwa die Mitra, die Bischofsmütze. Denn: Bischof war er. 

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Der gebeugte König

Gedanken zu Sacharja 9,9-10 am 1. Advent

“Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.”

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“… wird auferstehen in Herrlichkeit”

Ewigkeitssonntag 2020

Gedanken zu 1. Korinther 15,35-38.42-44
35 Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen und mit was für einem Leib werden sie kommen? 36 Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. 37 Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. 38 Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib.
42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.

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Das hältst du doch im Kopf nicht aus

Gedanken zum Buß- und Bettag bei der Taizéandacht in Zeitz Aue-Aylsdorf

Lukas 13,6-9

Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn herum grabe und ihn dünge; vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.

Micha 7,18-19

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Drei in einem

voraus gehen Lesungen aus Jesaja 6,1-8 und Johannes 3,1-8

Gott. So vielfältig ist er. So unvorstellbar. Irgendwie ist er nicht zu fassen. Da ist der mächtige, allmächtige, ja übergroße Gott, dem Jesaja in seiner Vision begegnet. Der Tempel kann ihn nicht fassen. Selbst das Bild, das Jesaja malt, ist doch im Grunde noch viel zu klein. Wir können nur in menschlichen Worten von Gott reden. Und so machen wir ihn zwar groß mit unseren Worten – aber oft wird er dadurch nur zu einem übergroßen Supermenschen. Den wir uns doch immer noch vorstellen können. Oder? Ich kann mir das in meiner Fantasie noch gut ausmalen, wie dieser Gott übergroß über dem Tempel thront, wie der himmlische Hofstaat um ihn herum aussieht. Mächtig und furchteinflößend, aber immer noch vorstellbar. Auch die Engel bekomme ich ausgemalt. Sechs Flügel? Naja. Wir denken sie meistens mit zweien. Aber warum nicht mal so „übermotorisiert“. Ich glaube, wir müssten mindesten eine Vorstellungskraft wie Albert Einstein und andere Physiker haben, um viel größer von Gott zu denken, der doch Raum und Zeit geschaffen hat und sie umfasst. So groß kann ich nicht denken. Und Gott ist noch größer. Das ist das erste Bild des Sonntags, der Trinitatis heißt: Jesaja im Tempel und Gott überragt alles. Zu übersehen ist der jedenfalls nicht.

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